Monatsimpuls


April 2021 

 

Liebe Gemeinde, "Hatschi" – die ersten warmen Sonnenstrahlen kitzeln an der Nase und im Auge. Doch wo man früher ein wohlmeinendes „Gesundheit“ erwarten durfte erntet man heute erschreckte und mißtrauische Blicke. Menschen gehen auf Abstand. Social distancing ist angesagt. Abstand halten. Das ist schwer in diesem zweiten Coronafrühling nach so langem Verzicht und Eingesperrtsein. Denn für uns Menschen geht der Frühling mit dem Gedanken des Erwachens und des Neubeginns einher. Da wollen wir raus in die Natur und unter Menschen. Außerdem der Frühjahrsputz steht an, der Garten muß gerichtet werden, und, und, und ...  

 

Ja, die kräftiger werdende Sonne weckt die Lebensgeister. Die Müdigkeit des Winters wird abgeschüttelt, und das Leben nimmt wieder Fahrt auf. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, eine Zeit des Neubeginns – nicht umsonst feiern wir in dieser Zeit Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten. Feiertage, die mit Auferstehung und der Ausgießung des Heiligen Geistes einen Neuanfang bereits in sich tragen. Immer wieder neu anzufangen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Glaubens. Immer wieder erzählt die Bibel Geschichten, in denen Gott mit den Menschen neu beginnt. Die Geschichte von der Arche Noah ist eine solche. Aber auch die Erzählung von Mose, wie Gott mit ihm die Israeliten aus Ägypten herausführt, erzählt von einem Neubeginn und einem großen Aufbruch.

 

Und in diesem Frühling? Was werden wir unseren Enkeln erzählen über diesen zweiten Coronafrühling. Werden wir von Einsamkeit und Verlusten erzählen? Von Querelen bei der Impfstoffverteilung, von der Gier Einiger und dem Frust so Vieler? Oder werden wir ihnen davon erzählen wie wir mit Mut, Phantasie, Solidarität und Gottvertrauen einen neuen Anfang gewagt haben? Wie wir unser Miteinander mitfühlender und rücksichtsvoller gestaltet und so die Welt ein Stück lebens- und liebenswerter gemacht haben?   

                                                 

Unser Leben in Gottes Schöpfung ist voller Neuanfänge, und immer wieder gilt es neu aufzubrechen und sich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Immer wieder erleben wir Momente, wo wir neu anfangen und uns einer neuen Lebenssituation stellen müssen. Gewiss - Neues kann beängstigend sein. Oft weiß ich nicht, was alles auf mich zukommt und ob ich es schaffen werde, die Herausforderungen zu meistern. Dabei helfe uns der Blick auf Ostern – das Fest des Lebens und der Überwindung allen Übels. In Christus hat Gott das mächtigste Zeichen des Neuanfangs gesetzt. Unser Glaube an ihn, der die Macht des Todes besiegt hat hilft uns dabei immer wieder neu anzufangen, neu aufzubrechen, uns neuen Herausforderungen zu stellen, in den eigenen Zweifeln nicht unterzugehen, sondern nach vorne zu schauen. Das Wunder der Auferstehung von Ostern gibt uns die Gewissheit. Immer wieder im Leben gehen Dinge zu Ende. Immer wieder nehmen wir Abschied von lieb gewonnenen Teilen unseres Lebens. Doch Gott hält einen Neuanfang für uns bereit. Auch wenn es unmöglich erscheint – er schenkt uns neue Möglichkeiten, neue Wege in unserem Leben. Gott lässt uns nicht allein. Er ist da, wenn wir ihn brauchen auf allen Wegen unseres Lebens – Wege, die Gott von Beginn der Zeit an der Seite von uns Menschen geht.    

                                

Auch für mich beginnt mit diesem Frühjahr ein neuer Weg in ihrer Gemeinde. Im März ist Frau von Biehla in den Mutterschutz gegangen und ich wurde mit ihrer Vertretung beauftragt. So freue ich mich auf ein munteres Frühlingserwachen in Leuna, dem unteren Geiseltal und der Aue.                                                   

 

Ich wünsche uns allen in dieser österlichen Frühlingszeit, dass wir für unser Leben, unsere Lieben und unsere Gemeinden immer wieder Gottes neue Möglichkeiten und neuen Wege sehen. 

 

Bleiben sie gesund & behütet  

                                                                               

Ihr Gemeindepädagoge Detlev Paul