Monatsimpuls


„Suche Frieden und jage ihm nach!“

Psalm 34,15

 

Liebe Gemeinde,

die Jahreslosung für 2019 passt in mehrfacher Hinsicht in unserer aktuelle Zeit.

 

Wir haben gerade wieder die Adventszeit erlebt. Haben uns auf Weihnachten vorbereitet. Vielleicht war es bei ihnen auch so: Nur noch selten kommt die ganze Familie zusammen. Alle wohnen inzwischen weit verstreut. Da freut man sich besonders, wenn es an Weihnachten gelingt und alle beieinander sein können. Wenn sie dann um einen Tisch sitzen, trifft Vieles aufeinander. Unsichtbar mit dabei ist bei den meisten aus der Runde der Wunsch, es möge doch alles friedlich und harmonisch zugehen. Weihnachten wünschen wir uns besonders Frieden. Wir hören, wie er in den Weihnachtspredigten verkündet wird – der Friedefürst, das kleine Kind in der Krippe. Da möchte man am liebsten alle schweren und konfliktreichen Themen aussondern. Der Kerzenschein, die besinnliche Musik, die lieben Menschen um uns herum. Wir genießen es, diese Ruhe und diesen Frieden. Wir brauchen ihn! Die Weihnachtszeit geht hinaus über den 24.Dezember, an dem wir Jesu Geburt feiern. Eigentlich wünschen wir uns diesen Frieden doch immer.

 

Auch gesellschaftlich geht es gerade viel um Frieden, nicht so wie in unserer vorweihnachtlichen Stimmung, in der wir uns so sehr von ihm anstecken lassen, sondern vor allem um seine Bedrohung. Da mischt sich Sorge mit ein. Die Länder streiten um Klimawandel, um geflüchtete Menschen, um Sicherheit und auch Kriegerklärungen werden wieder ausgesprochen. Auch im kleinsten Familienkreis wird gestritten. Die Gemüter sind erhitzt. Das Zusammenbleiben trotz unterschiedlicher Meinungen scheint schwer geworden zu sein. Das gemeinsame Bauen an Frieden und Freiheit eine Herausforderung. Was wird das neue Jahr bringen? An Parteispitzen in Deutschland, an Einigungen in Europa, in der Welt und an meinem kleinen Tisch zu Hause.

 

„Suche Frieden und jage ihm nach!“

 

Frieden und auch Freiheit, die für mich unmittelbar zusammen gehören sind keine Selbstläufer. Im hebräischen Denken bedeutet „Frieden“ weit mehr als nur die Abwesenheit von Streit und Krieg, auch keine Friedhofsruhe. „Schalom“ meint eine tiefe Sehnsucht nach einer heilen, unversehrten Welt, in der keine Gefahr mehr droht. „Schalom“ ist die unverbrüchliche Hoffnung auf ein gerechtes und alle Feindschaft überwindendes Miteinander der ganzen Schöpfung. Und dieser Frieden ist nichts Passives. Er ist etwas zutiefst Aktives!

Rede, streite, träume für den Frieden und dann halte deine Hände hin umzu versöhnen und zusammen zu führen. Jede und Jeder ist dazu aufgerufen! Nicht nur die Mächtigen, Politiker oder Würdenträger. Jede und Jeder ist dazu aufgerufen!

 

Suche Frieden und jage ihm nach!

 

In diesem Sinne wünsche ich ihnen ein friedvolles neue Jahr 2019 und freue mich darauf sie bei unseren Gottesdiensten und Veranstaltungen zu sehen.

 

Ihre Pfrn. Jennifer Scherf