Monatsimpuls


  „Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt

in Gott und Gott bleibt in ihm.“

1. Johannes 4,16

 

Wer ist Gott und wie stellen wir uns dieses tiefe Geheimnis des menschlichen Lebens vor? Eine Frage die sich viele Christen seit Jahrtausenden stellen. Ein Frage die sich vielleicht zu oft gestellt wird?

 

Geht es wirklich darum, dass wir das Wesen Gottes verstehen müssen. Wie oft habe ich in den letzten Jahren darum streiten müssen: „Gott will…“ „Gott ist…“ Und gerade Jene, die nun genau wissen wie Gott ist, wissen auch wie andere zu leben haben. „Das ist Sünde…“ „Das darfst du nicht…“

 

Wie ist Gott?

 

Wir sprechen in anderen Dimension der Wirklichkeit, wenn wir so tief einsteigen in die Glau-bensfragen. Dimensionen die für uns nur vorbeiziehende Bilder sind. Schatten, die wir kaum

fassen können. Jesus als Vorbild? Da gehen sicher viele mit. Ein Lehrer des gelingenden

Zusammenlebens. Ein besonderer Mensch, der aus seinem Herzen zu leben verstand und das Liebesgebot radikal ins Zentrum seines Denkens stellte. Aber Gott? Bei Gott wird’s schon schwieriger. Da bekommen auch nicht mehr alle Jesus, als Sohn Gottes, mit in das Bild. Denken und Fühlen bleiben hier immer Annäherung.

 

Wie ist Gott?

 

Gott ist immer bei uns – das glauben wir als Christen. Gott ist allgegenwärtig. Aber kommen wir viel näher dran? So viele Geschichten von Gott und seinen Menschen sind uns überliefert. So viele Facetten, manchmal kaum zusammen zu bekommen und das alles verpackt in Menschenwort, das versucht über Göttliches zu sprechen. Die Bibel ein Zeugnis über die Geschichte der Menschen mit Gott – aus Sicht der Menschen. Alles nicht so einfach mit dem

Gottesbild. Zuviel?

 

Ein ähnliches Gefühl haben wir zuweilen auch bei den vielen Geboten. Zuviel. Widersprüch-lich. Zu schwer. Und so hat Christus uns einmal alle Gebote zusammengefasst und eine Überschrift gebildet, die über allen anderen Geboten steht und an der sich alle Gebote messen lassen müssen:

 

Liebe Gott und liebe deinen nächsten wie dich selbst (vgl. Mt 22).

 

Ein Satz! Der lässt sich fassen. Der kann zu einem Lebensmotto werden. Und so schenkt uns auch der Verfasser des 1. Johannesbriefes eine Überschrift. Diesmal für das Wesen Gottes.

 

„Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“

 

Der Monatsspruch macht darauf aufmerksam, dass Gott die Liebe ist. Vielmehr erfahren wir dann auch nicht über das Wesen Gottes. Aber über das Wesen der Liebe wissen wir so einiges. Daran können wir uns orientieren – davon können wir uns leiten lassen. Zudem erfahren wir etwas über Gottes Anwesenheit in der Welt. Gott bleibt offenbar mit seiner Gegenwart an manchen Orten mehr und an manchen Orten weniger. Man kann Gott durch Weite des Herzens dazu bewegen zu bleiben. Er bleibt, wo er Raum findet. Und Raum findet

er dort, wo Orte der Liebe entstehen.

 

Wie ist Gott?

 

Das ist vielleicht wirklich nicht die Frage – aber wir wissen wo er bleib. Dort wo Liebe herrscht. So können wir selbst zu solch einem Ort der Liebe werden. Gerade in der heutigen Zeit eine nötige, wenn auch schwere Aufgabe. Gott helfe uns dazu!

 

In diesem Sinne wünsche ich allen einen schönen und

segensreichen September.

 

Ihre Pfarrerin Jennifer Scherf